MPU - Was bedeutet das?

MPU steht für Medizinisch-Psychologische Untersuchung zur Kraftfahreignung.

Eine MPU wird zumeist erforderlich, wenn bei den zuständigen Verkehrsbehörden/ Führerscheinstellen Bedenken hinsichtlich der Eignung einer Person zum Führen von Kraftfahrzeugen bestehen. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Die bei weitem häufigsten Anlässe für die Anordnung einer MPU sind Alkohol im Straßenverkehr (über 60 Prozent), gefolgt von Drogen und einem hohen Punktekonto in Flensburg. Weitere Gründe können u. a. allgemein-strafrechtliche Delikte oder gesundheitliche Störungen sein.
Bei einer Überprüfung oder einem Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis bietet die Medizinisch-Psychologische Untersuchung bzw. das Gutachten als Ergebnis der Untersuchung dem Betroffenen die Möglichkeit, die behördlichen Bedenken auszuräumen. Das Gutachten hat den Stellenwert einer Entscheidungshilfe für die Verkehrsbehörde.
Die Anordnung, ein Gutachten einer BfF beizubringen, ist übrigens keine rechtlich selbstständige Maßnahme der Verwaltungsbehörde und damit kein anfechtbarer Verwaltungsakt.

Wer darf eine MPU durchführen?

Damit eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bzw. das Gutachten von den Behörden akzeptiert wird, muss die Begutachtungsstelle für Fahreignung amtlich anerkannt sein. Sie sollten außerdem darauf achten, dass es sich um eine Stelle handelt, welche die Anforderungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) an Träger von Begutachtungsstellen erfüllt. Damit können Sie sicher gehen, dass die Gutachter alle notwendigen Qualitätskriterien berücksichtigen und regelmäßig in ihrer Fachkompetenz überprüft werden.
Welche dieser anerkannten Begutachtungsstellen Sie dann mit der Durchführung der Untersuchung beauftragen, bleibt Ihre freie Entscheidung. Die Behörde wird Ihnen in der Regel eine Liste mit Stellen in der Nähe Ihres Wohnortes aushändigen. Sie können sich jedoch auch jede andere Begutachtungsstelle in Deutschland aussuchen. Die ias-Gruppe erfüllt natürlich alle genannten Kriterien.


Kosten einer MPU

Die Höhe des Entgelts für Ihre Untersuchung ist abhängig von den konkreten Fragestellungen der Verkehrsbehörde. Eine MPU bei Drogenfragestellung hat z. B. einen höheren Preis als eine MPU mit Alkohol-Fragestellung, weil hier der Laboraufwand (standardmäßige Analyse mehrerer Drogen-Substanzgruppen) höher liegt. Es gibt Untersuchungen, die umfangreicher sind, weil mehrere Verhaltensbereiche betroffen sind, z.B. eine Fahrt unter Alkoholeinfluss und andere Verkehrsverstöße. In diesem Fall ist es teurer, als wenn es nur um eine Alkoholfahrt geht.

Das Entgelt für Ihre Untersuchung richtet sich nach der jeweils zum Untersuchungszeitpunkt gültigen Preisliste der ias Aktiengesellschaft und wird Ihnen bei Akteneingang in der Begutachtungsstelle und vor Vereinbarung eines Untersuchungstermins schriftlich mitgeteilt. Sollten sich im Rahmen der Durchführung Sachverhalte ergeben, die eine Erweiterung des Untersuchungsumfangs erforderlich machen bzw. rechtfertigen, wird der zusätzliche Aufwand ebenfalls nach Preisliste berechnet.


Untersuchungsinhalte und Ablauf

Inhalt und Ablauf einer MPU hängen immer vom Untersuchungsanlass bzw. von der Fragestellung der Behörde ab. Es wird also immer so viel wie notwendig und so wenig wie möglich untersucht. Die MPU dauert durchschnittlich drei bis vier Stunden.

In der Regel umfasst die MPU bei der ias-Gruppe vier Teile:

  • Informationen über den Ablauf und Fragebogen zur Person, zur Verkehrsbiografie und zum Untersuchungsanlass
  • Verkehrsmedizinische Untersuchung
  • Testung der psychophysischen Leistungsfähigkeit (z. B. Reaktion, Wahrnehmung, Konzentration)
  • Verkehrspsychologisches Untersuchungsgespräch

Sie können sicher sein, dass Ihnen im Rahmen der Untersuchung nichts Unmögliches abverlangt wird. Im offenen Gespräch mit den ias-Gutachtern haben Sie Gelegenheit, alle Ihren Fall betreffenden Sachverhalte zu klären.

Am Tag der Untersuchung sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Erscheinen Sie pünktlich und ausgeruht.
  • Sie dürfen vorher frühstücken.
  • Bringen Sie einen gültigen Personalausweis/Reisepass mit.
  • Sofern Sie ärztliche Untersuchungsbefunde vorlegen wollen, lassen Sie diese vorher von Ihrem Arzt abstempeln und unterschreiben.
  • Bringen Sie auch ggf. Ihre Lese- und/oder Fernbrille mit.
  • Wenn Sie der deutschen Sprache nicht mächtig sind, rufen Sie vorher bei uns an, damit wir ggf. einen vereidigten Dolmetscher/Übersetzer für Sie organisieren können.

Was passiert beim medizinischen Teil der Untersuchung?

Hier geht es um einen allgemeinen körperlichen Check. Nach einem ärztlichen Untersuchungsgespräch werden Ihre Seh- und Hörorgane, der Blutdruck, die Reflexe, Körpergröße und -gewicht etc. geprüft. Je nach Fragestellung der Behörde wird z. B. speziell auf Befunde geachtet, die auf einen erhöhten Alkoholkonsum und/oder Drogenkonsum hinweisen könnten.

In jedem Fall ist es ratsam, evtl. vorhandene ärztliche Befunde, frühere Laborwerte oder Ähnliches (Achtung: immer mit Unterschrift des Arztes und abgestempelt!) mitzubringen bzw. vorzulegen. Mitgebrachte Laborwerte ersetzen aber nicht die Laboruntersuchung am Untersuchungstag.


Wie sehen die Leistungstests aus?

An einem computergesteuerten Testgerät werden z. B. Ihre Reaktionsfähigkeit, Ihr Wahrnehmungsvermögen, Ihre Konzentration geprüft, d. h. Fähigkeiten, die für eine sichere Verkehrsteilnahme wichtig sind. Hierbei geht es sowohl um die Genauigkeit wie auch um die Schnelligkeit Ihres Leistungsverhaltens.

Keine Sorge! Sie üben den jeweiligen Test jeweils, bevor die Testphase beginnt. Es wird also niemand ins kalte Wasser geworfen. Und es werden in der Regel auch keine „Super-Leistungen” verlangt.


Worum geht es im psychologischen Untersuchungsgespräch?

Ausgangspunkt des Gespräches mit dem psychologischen Gutachter sind üblicherweise die Umstände, die zu den Bedenken der Verkehrsbehörde führten und die offiziell noch verwertbar sind. Über den oder die Vorfälle im Straßenverkehr wird ausführlich gesprochen, d. h. über die Art der Auffälligkeit, die Gründe aus Ihrer Sicht, die daraus gezogenen Lehren und über Strategien zur Vermeidung zukünftiger ähnlicher Vorkommnisse.

Bei einer „Alkohol-Fragestellung” im Rahmen der MPU sollten Sie sich auf jeden Fall möglichst frühzeitig (am besten gleich nach der Verkehrsauffälligkeit) mit Ihrem bisherigen Umgang mit Alkohol auseinandergesetzt haben. Fachkundige Beratung (z. B. durch einen erfahrenen Verkehrspsychologen oder in einer Alkoholberatungsstelle) kann Sie dabei sehr gut unterstützen.

Für das psychologische Untersuchungsgespräch empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall: offen und ehrlich sein! Die Gutachter sollen ja schließlich für Sie bei der Verkehrsbehörde argumentieren. Und das können sie nur, wenn Sie sie dabei tatkräftig unterstützen.


Wie kann ich mich vorbereiten?

Schon im Vorfeld einer MPU können Sie sich bei der ias-Gruppe kostenlos in offenen Informationsabenden allgemein kundig machen. Termine finden regelmäßig statt.

Wichtig: Nutzen Sie Ihre Sperrfrist, wenn der Führerschein entzogen wurde! Lassen Sie sich möglichst frühzeitig fachkundig beraten. So stellen Sie die Weichen für eine erfolgreiche Begutachtung.


Ergebnisse

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten eines Gutachten-Ergebnisses bzw. einer gutachterlichen Empfehlung:

  1. positiv (die Bedenken konnten weitgehend ausgeräumt werden)
  2. negativ (die Bedenken konnten leider weitgehend nicht ausgeräumt werden; es werden im Gutachten Empfehlungen ausgesprochen, wie man zu einem günstigeren Ergebnis gelangen kann)
  3. Kursempfehlung (die Bedenken konnten in Teilbereichen ausgeräumt werden, jedoch in mancherlei Hinsicht noch nicht; über eine entsprechende Schulung können die Restbedenken aber auch entkräftet werden, ohne dass dann nochmals eine MPU notwendig ist)

Wie schnell bekomme ich das Gutachten?

Hier gibt es für uns eine ganz klare Vorgabe: nach Eingang des letzten notwendigen Befundes bei uns (z. B. Ergebnis des Drogenscreenings) wird das Gutachten so rasch wie möglich erstellt und an Sie persönlich geschickt. Sie entscheiden dann, wie Sie weiter vorgehen wollen, z. B. ob Sie das Gutachten der Verkehrsbehörde vorlegen möchten.


Was kann ich bei Nichtbestehen tun?

Auch nach einer MPU sind Sie bei der ias-Gruppe in besten Händen. Wenn Sie Fragen haben, helfen wir Ihnen gerne. Wir erläutern Ihnen das Gutachten und überlegen mit Ihnen gemeinsam Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Ziel in einem neuen Anlauf erreichen können.


Welche Fristen muss ich beachten?

Achten Sie auf die Frist, die Ihnen die Verkehrsbehörde für die Vorlage eines Gutachtens gesetzt hat. Legen Sie bis zu diesem Termin kein Gutachten vor, kann Ihr Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis kostenpflichtig abgelehnt werden. Wird die Zeit für Sie knapp, setzen Sie sich am besten rechtzeitig mit Ihrer Behörde in Verbindung, um eventuell eine Fristverlängerung zu erreichen.


Gibt es auch eine „private“ MPU?

Selbstverständlich. So kann es z. B. vorkommen, dass jemand nach einem Schlaganfall und folgender medizinischer Reha-Maßnahme für sich klären will, wie es um seine Fahrtauglichkeit bestellt ist, und hierüber ein Gutachten in Auftrag geben möchte.

Ein klassisches MPU-Gutachten, das nicht auf Veranlassung der Verkehrsbehörde erstellt wurde, wird die Behörde in der Regel nicht anerkennen.

Kontakt zur IAS

service[at]­ias-gruppe.de
ias-Hotline 0800 3774444 (kostenfrei)

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Checkliste zur MPU

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FAQ - Die häufigsten Fragen zur MPU

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