Gesundheit. Arbeit. Leben.

Newsletter der ias-Gruppe Ausgabe 01|2018 – Gesundheit: Eine Frage des Geschlechts?



Liebe Leserinnen und Leser,

“Das bisschen Haushalt macht sich von allein” – von wegen … Frauen, die sich neben dem Engagement für ihre Familie auch beruflich verwirklichen möchten, sind doppelt gefordert. Ob Hausarbeit, Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen: Rund 3,29 Stunden sind erwerbstätige Frauen täglich (!) mit unbezahlten Aufgaben beschäftigt. Sie investieren damit etwa 1,6-mal mehr Zeit als Männer in diese sogenannte Fürsorgearbeit.* 

„Viele Frauen sind heute einer Doppelbelastung ausgesetzt, die auch gesundheitliche Konsequenzen haben kann“,  sagt Dr. med. Anne-Kathrin Collisi, Fachärztin für Innere Medizin bei ias PREVENT, die sich auch mit Gendermedizin beschäftigt. 

In dieser „Frauentag-Ausgabe“ erklärt sie, warum Frauen anders erkranken als Männer, mit welchen Beschwerden berufstätige Frauen zu ihr kommen und wie sie sich aus der Stress-Spirale befreien können. Hier geht’s zum Beitrag

Wir wünschen allen Lesern eine gute Lektüre und gratulieren unseren weiblichen Abonnenten ganz herzlich zum heutigen Internationalen Frauentag.


Ihre ias-Redaktion


* Das zeigt die Auswertung „Wer leistet unbezahlte Arbeit? Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege im Geschlechtervergleich“ des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

 

 

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GESUNDHEIT: Eine Frage des Geschlechts?

Erkranken Frauen anders als Männer? Ja, sagt Dr. med. Anne-Kathrin Collisi und erklärt, warum der geschlechterspezifische Blick auf die Gesundheit so wichtig ist.

Dr. med. Anne-Kathrin Collisi ist Fachärztin für Innere Medizin. Bei ias PREVENT untersucht und berät sie berufstätige Frauen und Männer im Rahmen von Gesundheits-Check-ups. 

 

 


Frau Collisi, erkranken Frauen anders als Männer?

Ja. Frauenmedizin auf Gynäkologie zu beschränken, ist zu kurz gedacht. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen geht dabei weit über Geschlechtsmerkmale hinaus und lässt sich auch in Organen und Zellen feststellen. 

Sind damit die Zeiten von „eine Behandlung für alle“ vorbei?

Durchaus. Das Thema Frauengesundheit ist schön länger in den allgemeinen Fokus gerückt und hat auch gesellschaftlich inzwischen an Bedeutung gewonnen. Dabei berücksichtigt die Gendermedizin nicht nur medizinische Faktoren, sondern auch das soziale Umfeld. 

Es gibt bereits eine Vielzahl an forschungsgestützten Informationen über die geschlechterspezifischen Unterschiede bzgl. der Gesundheit. 2019 soll (beauftragt vom Bundesministerium für Gesundheit) ein neuer Frauengesundheitsbericht erscheinen. Dieser wird Themen untersuchen, die für die Frauengesundheit im Lebensverlauf besonders wichtig sind. 

Das klingt spannend …

… und ist (überlebens)wichtig. Zum Beispiel: Insbesondere in der zweiten Lebenshälfte erkranken Frauen anders als Männer. Bedingt durch die Wechseljahre/den Östrogenmangel steigt bei Frauen das Infarktrisiko ab 60 Jahren deutlich an. Wir werfen daher einen besonderen Blick auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutfettwerte, Diabetes, die Familienvorgeschichte etc. Auch lasse ich häufig ein Hormonprofil erstellen. Zu oft werden weibliche Patienten wie männliche behandelt. Dabei zeigen Frauen und Männer andere Symptome und reagieren nicht selten unterschiedlich auf Therapien. Der weibliche Körper verstoffwechselt Medikamente anders. Frauen benötigen oft eine viel geringere Dosierung. Konsequenterweise müsste jedes Medikament sowohl an Männern als auch an Frauen getestet werden. Bei unseren Gesundheits-Check-ups betrachten wir Frauen (aber auch Männer) daher durch eine geschlechterspezifische Brille.

Was ist mit der Psyche? Gehen Frauen anders mit Stress um als Männer? 

Zum gesamten Interview mit Dr. med. Anne-Kathrin Collisi geht's hier.
 


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ERNAEHRUNG: Gesund essen, lAEnger leben?

Lebe ich länger, wenn ich mich gesund ernähre und essen Frauen anders als Männer? Zwei aktuelle Studien beantworten diese wichtigen Fragen. 

75,3 Jahre – hier liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen weltweit. Das sind 5,5 Jahre mehr als bei Männern. So ein Ergebnis der aktuellen Global Burden of Disease Study, eine Studie, die jährlich Daten aus 195 Ländern zu mehr als 330 Krankheiten, Todesursachen und Verletzungen auswertet. 

Die weltweite Studie hat auch den Einfluss der Ernährung untersucht und festgestellt: 2016 sind rund zehn Millionen Menschen an Krankheiten gestorben, zu denen die jeweiligen Essgewohnheiten beigetragen hatten. Das Sterberisiko steigt demnach, wenn jemand zum Beispiel wenig Vollkornprodukte sowie kaum Nüsse, Obst oder Fisch isst, dafür aber viel verarbeitetes Fleisch konsumiert. Unsere Ernährung kann somit eine lebensverlängernde Rolle spielen. 

Doch ernähren sich Frauen gesünder als Männer? Ja, glaubt man der TK-Studie zur Ernährung von 2017. Hier drei Fakten:

  1. Für 54 % der Frauen steht beim Thema Ernährung im Vordergrund, dass sie gesund ist. Bei den Männern teilt diese Haltung mit 36 % nur gut ein Drittel. Dafür bekennt sich jeder zweite Mann (51 %) zum Credo „Hauptsache lecker!“. Bei den Frauen sind das lediglich drei von zehn (31 %). 
  2. Beim Fleischgenuss unterscheiden sich die Geschlechter deutlich: Während 90 % der Männer auf Steak und Wurst nicht verzichten wollen, sind es bei den Frauen mit 78 % deutlich weniger.
  3. 17 % der Frauen ernähren sich flexitarisch, 20 % vegetarisch. Unterm Strich heißt das: Ein Fünftel der Frauen lebt weitgehend oder komplett fleischfrei, bei den Männern ist es gerade einmal die Hälfte davon.

Dass Frauen mehr auf ihre Ernährung achten, kann auch Corinna Schewior, Fachärztin für Innere Medizin und Ernährungsmedizin, bestätigen. Ihre Erfahrung zeigt: „Frauen legen traditionell mehr Wert auf gesunde Ernährung. Das hat meiner Meinung nach mit der biologischen Funktion als Mutter und der traditionellen Stellung in der Gesellschaft (Hausfrau) zu tun. In den letzten Jahrzehnten haben sich jedoch das Frauenbild und der Lebensstil von Frauen (aber auch Männern) stark verändert, entsprechend kleiner wurde die Kluft in der Lebenserwartung zwischen Mann und Frau, die einst bei mehr als 5,5 Jahren lag.“


Gesunde Ernährung leicht gemacht – hier eine Rezeptidee von der (weiblichen) Newsletter-Redaktion: 

4 Möhren
2 Kartoffeln
½ kl. Blumenkohl
½ kl. Hokkaido-Kürbis
1 gr. Gemüsezwiebel
2 Knoblauch-Zehen
½ Zitrone (unbehandelt)
Olivenöl
1 Chili (optional)
Salz, Pfeffer
Rosmarin, Thymian (frisch oder getrocknet)

Für den Quark
500 g Magerquark
½ Zitrone (unbehandelt)
4 EL Leinöl
Salz, Pfeffer
3 Frühlingszwiebeln
Frische oder TK-Kräuter nach Belieben
1 Schluck Mineralwasser (mit Kohlensäure)

Ofen auf 160-180 Grad (Umluft) vorheizen. Gemüse putzen, schälen und in grobe Würfel bzw. Spalten schneiden, Zwiebel vierteln, Blumenkohl in Röschen teilen. In einer großen Schüssel Olivenöl, gehackten Knoblauch, Rosmarin und Thymian, klein gehackte Chili (oder Chiliflocken aus der Mühle) sowie Abrieb und Saft einer halben Zitrone miteinander verrühren; mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das vorbereitete Gemüse dazugeben und die Marinade gut verteilen. Das Gemüse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Auf mittlerer Schiene bei 160-180 Grad (Umluft) ca. 25-35 Minuten garen, gelegentlich wenden. 

In der Zwischenzeit den Kräuterquark zubereiten:
Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Quark (fettarm und eiweißreich) mit Saft und Abrieb einer halben Zitrone, dem Leinöl (Omega-3-Fettsäuren) und den Frühlingszwiebeln verrühren. So viel Mineralwasser hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Kohlensäure macht den Quark besonders cremig! Kräuter nach Wahl dazu, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Quark durchziehen lassen, bis das Gemüse gar ist. 

Tipp (wenn’s zu viel war): Ofengemüse und Quark sind auch am nächsten Tag noch – besonders – lecker, wenn beides gut durchgezogen ist!

Wir wünschen guten Appetit.
 


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DARMKREBSVORSORGE: Für ein gutes BauchgefUEhl

Darmkrebs ist nach Brustkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Jährlich sterben rund 26.000 Deutsche an den Folgen. Tragen Sie ein erhöhtes Risiko? Ein Schnell-Check klärt auf. 

Im Kampf gegen Darmkrebs haben wir eine echte Chance. Kaum einer Krebsart lässt sich so leicht vorbeugen. Die wichtigste Waffe gegen die Erkrankung ist die Früherkennung. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen, sogenannten Polypen. Mit einer Darmspiegelung, der Koloskopie, können diese Vorstufen frühzeitig entdeckt und mögliche Polypen entfernt werden – und zwar schon, bevor sie sich zu Krebszellen entwickeln. 

Neben der Darmspiegelung ist der iFOB-Test eine zuverlässige, moderne Früherkennungsmethode. Dieser immunologische Test erkennt, ob sich okkultes Blut im Stuhl befindet. Der Arzt klärt dann mögliche Ursachen ab. Gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren haben jährlich Anspruch auf den Test. 

Liegt bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vor, an Darmkrebs zu erkranken? Auf der Seite der Felix-Burda-Stiftung finden Sie einen Selbsttest: https://www.felix-burda-stiftung.de/darmkrebsvorsorge/wer-ist-betroffen

Die Stiftung engagiert sich seit Jahren zum Thema Darmkrebsprävention und macht jährlich insbesondere mit dem Darmkrebsmonat März auf diese Erkrankung aufmerksam. Auf der Homepage der Felix-Burda-Stiftung finden Sie Flyer, Plakate sowie viele weitere nützliche Informationen zu diesem wichtigen Thema: https://www.felix-burda-stiftung.de.     

Wissenswertes über den Darm und den iFOB-Test zur Krebsfrüherkennung lesen Sie auch in unserem Magazin check_up: https://www.ias-gruppe.de/fileadmin/user_upload/Presse_und_Publikationen/epaper/check_up_03_2017/ 
  


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GESUND FUEHREN: 11 praktische Tipps

Das Tagesgeschäft meistern, Veränderungen mitgestalten, Mitarbeiter managen – Führungskräfte sollen Allrounder sein und dabei gesund und leistungsfähig bleiben. Unsere 11 Tipps zeigen Frauen (und Männern), wie ihnen das gelingen kann.

Die 11 Tipps im Video – klicken Sie rein: youtu.be/RXtWaEji7RM
Der Kurzclip wurde gemeinsam mit dem Verband „Die Führungskräfte“ (DFK) erstellt.

 

Parallel zum Film ist ein handliches Minibuch entstanden. Mitmachen und gewinnen: Verraten Sie uns Ihren persönlichen Praxistipp. Die ersten drei Einsendungen erhalten ein Minibuch kostenlos: redaktion[at]­ias-gruppe.de
  


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Veranstaltungen

Foto: Patrick Binder

09.04.2018, MUEnchen: ias After Work Event

„Alphatiere und artgerechte Mitarbeiterhaltung“: Was braucht der Mensch in der modernen Arbeitswelt, um gesund zu sein und es auch zu bleiben? Wie wirken sich Führungsstil, Arbeitsumfeld und Prozessgestaltung auf Gesundheit, Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt die Motivation der Mitarbeiter aus? Antworten und Anregungen gibt ein After-Work-Event, veranstaltet vom ias-Zentrum München. Sie sind herzlich eingeladen! Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, zur Anmeldung geht's HIER.

Was? After-Work-Event „Alphatiere und artgerechte Mitarbeiterhaltung“
Wann? Montag, 09. April 2018
Wo? ias Aktiengesellschaft, Lothstraße 19 (2. OG.), 80797 München


Foto: Patrick Binder

14.06.2018, Frankfurt am Main und 16.10.2018, MUEnchen: ias-Dialog 2018

Unsere Arbeitswelt wird morgen anders aussehen als heute. Für Organisationen bedeutet das, nicht nur ihre Geschäftsmodelle, sondern auch ihre Arbeitsweisen kritisch zu hinterfragen und individuell auszurichten. Unter dem Motto 

DIE KRAFT ZUR VERÄNDERUNG
Außen agil, innen traditionell?
Unternehmen zwischen den Welten

veranstaltet die ias-Gruppe die ias-Dialoge, um mit Experten aus Wirtschaft und Forschung sowie mit Unternehmensvertretern in den Austausch zu gehen. Die ganztägige Fachveranstaltung zeigt nicht nur Best-Practice-Beispiele, sondern greift in Diskussionsrunden und Round Tables die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 auf und gibt neue Impulse für Organisationen und Mitarbeiter. Die ias-Dialoge haben sich als wichtige Kommunikations- und Netzwerkplattform etabliert und sind mit jeweils rund 70 Teilnehmern bewusst limitiert gehalten.

Was? ias-Dialoge 2018
Wann und wo? Donnerstag, 14. Juni 2018, Frankfurt am Main
Dienstag, 16. Oktober 2018, München

www.ias-gruppe.de/ias-dialog/2018
 


20.-22.06.2018, Stuttgart: 4. PrAEventionskongress

Der interdisziplinäre Fachkongress adressiert die topaktuellen Themen rund um die gesundheitliche Prävention und die Gesundheitsförderung im Betrieb. Unter der wissenschaftlichen Leitung von (u. a.) Dr. med. Hanns Wildgans, Leitung Kompetenzfeld Arbeitsmedizin in der ias-Gruppe, fokussiert sich der Kongress auf die Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen Präventionskultur. 

Was? 4. Präventionskongress
Wann? Mittwoch bis Freitag, 20. - 22. Juni 2018
Wo? FILharmonie Filderstadt, Tübinger Straße 40, 70794 Filderstadt

praeventionskongress-2018.de


22.11.2018, Bonn: 10. JubilAEum Corporate Health Award

Save the Date! 10 Jahre Corporate Health Award – die bekannteste und erfolgreichste Initiative im Betrieblichen Gesundheitsmanagement in Deutschland feiert ein rundes Jubiläum. Der Corporate Health Award wird seit 2009 jährlich an Unternehmen vergeben, die sich vorbildlich im Betrieblichen Gesundheitsmanagement engagieren. Die ias-Gruppe ist Mitinitiator des Awards und stärkt die Veranstaltung durch fachliche Expertise sowohl auf dem Podium als auch in den exklusiven Workshops. Weitere Informationen zur Bewerbung und Anmeldung finden Sie HIER


Was? 10. Corporate Health Award
Wann? Donnerstag, 22. November 2018
Wo? Kameha Grand Hotel, Am Bonner Bogen 1, 53227 Bonn


www.corporate-health-award.de