Gesundheit. Arbeit. Leben.

Newsletter der ias-Gruppe Ausgabe 01|2017



Liebe Leserinnen und Leser,

hat Deutschland ein Pausen-Problem? Eine aktuelle Online-Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zeigt, dass etwa ein Viertel der 323 befragten Berufstätigen häufig oder sogar immer die Pause ausfallen lässt. Eine der Hauptursachen ist Termin- und Zeitdruck.

Dabei sind Verschnaufpausen wichtig, um die eigene Produktivität aufrechtzuerhalten. Experten wie der Psychologieprofessor K. Anders Ericsson von der Florida State University raten sogar, alle 90 Minuten eine Erholungszeit einzulegen. „Um langfristig maximal leistungsfähig zu bleiben, müssen Menschen größere Erschöpfungsphasen während des Tages vermeiden“, heißt es in der Studie. Ob ein kurzes Kaffeepläuschchen, ein Mittagessen oder ein Spaziergang an der frischen Luft – kleine Auszeiten sind wichtig, um leistungsfähig arbeiten zu können und sollten ohne schlechtes Gewissen wahrgenommen werden. 

Unser Praxis-Tipp: Verbringen Sie nicht die ganze Pause mit Ihrem Handy. Welche Folgen die permanente Nutzung von Smartphone und Tablet haben kann, erfahren Sie in diesem Newsletter.



Ihre Redaktion

Digitalisierung

Risikofaktor Handy?

Kleine Kommunikationsgeräte, große Auswirkungen: Wer Smartphones und Tablets permanent nutzt, läuft Gefahr, sowohl körperliche als auch mentale Schäden davonzutragen. Auch der Arbeitsfluss und die Aufmerksamkeit im Job können leiden.

Mal eben kurz die E-Mails checken, einen XING-Kontakt bestätigen oder die neuesten Branchennews lesen – zunehmend mehr Menschen müssen oder wollen ständig erreichbar sein und haben ihr Handy oder Tablet stets griffbereit. Oft stundenlang ist ihr Blick aufs Display gerichtet und die Muskulatur im Hals und Nackenbereich auf Dauer belastet. Die Folge: Verspannungen, Schmerzen im Oberkörper bis hin zu Entzündungen der Muskulatur. Auch für die Augen sind kleine Displays mit einer geringen Lichtstärke anstrengend. Zu diesen und weiteren Schlüssen kommt die Review zu physischer Beanspruchung bei der Nutzung von Smart Mobile Devices der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vom Dezember 2016, in der 41 Studien zu diesem Thema ausgewertet wurden. 

Neben körperlichen Schäden können auch psychische Beeinträchtigungen in Form von Suchtverhalten, Stress, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwäche auftreten. Bei Berufsgruppen mit einer Aufsichtspflicht können die Ablenkungen durch Handy & Co. zu schwerwiegenden Folgen und Unfällen führen. Das betrifft beispielsweise Sicherungsposten, die bei Gleisarbeiten im Einsatz sind oder Verantwortliche einer Leitwarte in Kraftwerken. Um Arbeitsunfällen vorzubeugen, hat die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) die Broschüre „Sichere Nutzung von Handy & Co.“ herausgegeben. In fünf Lektionen werden Themenschwerpunkte wie „Ablenkung im Straßen- und innerbetrieblichen Verkehr“, „Störung der Arbeit durch Mobilgeräte“ oder „Brand- und Explosionsgefahr“ beleuchtet.

  • Hinterfragen Sie, ob Sie für die angestrebte Tätigkeit wirklich Ihr Handy/Tablet nutzen wollen oder ob sich nicht Alternativen bieten? E-Mails können bspw. am Rechner mit einem großen Monitor und einer Tastatur bequemer beantwortet werden.

  • Schließen Sie E-Mail-Postfächer und schalten Sie das Smartphone aus, wenn Ihre Aufmerksamkeit gefragt ist und Sie bspw. komplexe Aufgaben bearbeiten wollen.

  • Sind Smartphone oder Tablets unerlässlich und werden über eine längere Zeit genutzt, dann sind eine externe Tastatur und ein reflektionsminderndes und helles Display vorteilhaft.

  • Auch Freisprechanlagen oder eine barrierefreie Kopplung von Handys und/oder Tablet mit vorhandenen Geräten können Arbeitsplätze optimieren.

  • Gönnen Sie sich regelmäßige Auszeiten vom Arbeits- und Privat-Handy.


Würden Sie einen Tag ohne Ihr Smartphone auskommen? Wenn Sie diese Frage nicht selbstverständlich mit einem „na klar“ beantworten können, legen wir Ihnen den Selbsttest zur Handy-Nutzung ans Herz.



Foto: Shutterstock, Dean Drobot

Zahlen und Fakten

Kundenbefragung: Seelische Gesundheit hat höchste Priorität 

Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zählt für Unternehmen zu den bedeutsamsten zukünftigen Themen. Dies ergab eine Umfrage der ias Aktiengesellschaft unter 229 Unternehmen.

Insgesamt 70 Prozent der Ende 2016 Befragten priorisieren den Aspekt der seelischen Gesundheit noch vor der physischen Gesundheit (52 Prozent), der Arbeitgeberattraktivität/Mitarbeiterbindung (51 Prozent), dem Themenkomplex Gesundes Führen (48 Prozent) oder dem demografischen Wandel (46 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich. Bei 55 Prozent der Befragten handelt es sich um Mitglieder der Geschäftsführung/Vorstände und Führungskräfte, wie Personalleiter, Bereichs- und Abteilungsleiter.

Zunehmend mehr Arbeitgeber investieren in eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, die seit 2013 auch im Arbeitsschutzgesetz verbindlich geregelt ist. Sie gehen damit proaktiv den richtigen Weg, um mentale Belastungen für ihre Mitarbeiter frühzeitig aufzudecken und profitieren als Unternehmen in mehrfacher Hinsicht: „Unsere Erfahrung zeigt, dass eine Gefährdungsbeurteilung hilft, Probleme zu versachlichen und schwierige Sachverhalte zu objektivieren“, erläutert Arbeitspsychologin Beate Köhler von der ias Aktiengesellschaft. „Bei einem solchen Projekt geht es nicht darum, die Mitarbeiter "in Watte zu packen", sondern wichtige Impulse für die Organisationsentwicklung zu erhalten.“

Wie Unternehmen durch eine Gefährdungsbeurteilung gewinnen, erfahren Sie in unserer Kundenzeitschrift >>>impulse 04-2016. Unser Praxis-Report stellt das Projekt im Unternehmen Nordex vor.

Sie haben Interesse an einem regelmäßigen Abonnement der >>>impulse? Schreiben Sie uns an redaktion[at]­ias-gruppe.de.


Foto: Fotolia, Contrastwerkstatt

Für die Praxis

Was bringen Gesundheits-Check-ups?

In Deutschland geht nur jeder Dritte regelmäßig zur medizinischen Vorsorge. Immerhin 25 Prozent nehmen die Präventionsangebote der Ärzte gelegentlich wahr. Warum ist die Inanspruchnahme so gering?

„Fakt ist: Nur Menschen, die sich wohlfühlen und gesund sind, sind ihrem beruflichen und privaten Alltag mit all seinen Anforderungen gewachsen und können diesen engagiert und leistungsfähig meistern. Doch wer sich fit fühlt oder wessen beruflicher und privater Alltag sehr eng getaktet ist, denkt oft nicht über seine Gesundheit nach“, sagt Dr. med. Jochen Hansel, leitender Arzt bei ias PREVENT in Stuttgart, aus seiner langjährigen Erfahrung heraus. „Hinzu kommt, dass eine Reihe von wesentlichen und langfristig lebensbedrohlichen Erkrankungen sich im Frühstadium praktisch gar nicht bemerkbar machen. Auch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Zuckerkrankheit sind im Initial-Stadium für den Betroffenen nicht zu erkennen.“

Regelmäßige Gesundheits-Check-ups liefern Erkenntnisse über vorhandene Risiken sowie nicht erkannte Erkrankungen. Die frühzeitige Diagnose ermöglicht Check-up-Teilnehmern eine schnelle und gezielte Reaktion. Relevanten oder chronischen Erkrankungen kann entgegengewirkt werden. Zum vollständigen Interview mit Dr. med. Jochen Hansel

Erfahrungsbericht „Mit Vorsorge Leben retten“ in der check_up 03-2016

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Foto: iStock, AJ Watt

Veranstaltungen

17.03., Stuttgart: Business-Event „Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter für Ihr Unternehmen“

Welche Maßnahmen schützen und fördern die Gesundheit von Mitarbeitern? Wie lassen sich diese erfolgreich in der Praxis umsetzen? Wie kann die Leistungsfähigkeit von Personal und Unternehmen langfristig gesichert werden?

Die unterschiedlichen Facetten eines ganzheitlichen und erfolgreichen BGM stehen im Mittelpunkt dieser halbtägigen Veranstaltung. 

Neben den Fachvorträgen bietet sich den Teilnehmern die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen und sich beim gemeinsamen Mittagessen mit einem BGM-Berater, Psychologen und Facharzt der ias-Gruppe auszutauschen. 


Was? Business-Event „Gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter für Ihr Unternehmen“
Wann? 17. März 2017, 10–13 Uhr inkl. Mittagessen
Wo? Haus der Wirtschaft, Willi-Bleicher-Straße 19, 70174 Stuttgart, Konferenzraum Studio A – 3. OG


Bitte melden Sie sich bis zum 10. März 2017 mit dem Formular an. Die Teilnehmerplätze sind begrenzt.



Foto:Thinkstock, Level17


18.-19.05., Stuttgart: 3. Präventionskongress 

Unter dem Motto „Gesund leben und arbeiten“ findet am 18. und 19. Mai 2017 der führende interdisziplinäre Präventionskongress in Leinfelden bei Stuttgart statt. 

Wie gewohnt greift der Kongress auch in diesem Jahr Themen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements interdisziplinär auf, diskutiert diese und vermittelt sofort umsetzbares Praxiswissen. Längst ist der Kongress damit zu einer zentralen Informationsplattform für Unternehmer, Personalverantwortliche und alle im betrieblichen Gesundheits- und Arbeitsschutz Verantwortlichen geworden.

„Rechnet sich Betriebliches Gesundheitsmanagement?“ Am Donnerstag, 18. Mai, 12 Uhr beantwortet Thomas Schneberger (Geschäftsführer ias Unternehmensberatung GmbH) im BGM-PraxisCamp die Frage nach dem Return on Investment in betriebliche Gesundheit. 

"Psychische Gesundheit –  Was muss der Unternehmer tun?“ Am Freitag, 19. Mai, 11:00 Uhr widmet sich Dr. Dipl.-Psych. Patrick Bacherle (ias Aktiengesellschaft) im Rahmen des BGM-PraxisCamps dieser Frage.


Was? 3. Präventionskongress
Wann? 18. und 19. Mai 2017
Wo? Leinfelden bei Stuttgart


www.praeventionskongress-2017.de 


Bewerbungsphase Corporate Health Award 2017

Es ist wieder soweit – Deutschlands bekanntester Wettbewerb im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) geht in die neunte Runde! Bewerben Sie sich bis zum 1. Juni 2017 und finden Sie heraus, wo Sie in Deutschland mit Ihrem BGM stehen.  

Ganz gleich, ob Sie sich noch in der Aufbauphase eines BGM-Systems befinden oder bereits über etablierte Programme mit messbar positiven Resultaten verfügen – die kostenfreie Bewerbung bietet für Unternehmen, Behörden und Organisationen jeder Größe und Branche weitreichenden Mehrwert.

Der Corporate Health Award ist eine gemeinsame Initiative von EuPD Research Sustainable Management, Handelsblatt und der ias-Gruppe.

www.corporate-health-award.de/bewerbungsprozess/bewerbung/ 

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