Torsten Schäfer, Triebfahrzeugführer


Torsten Schäfer ist seit 20 Jahren als Zugbegleiter und Triebfahrzeugführer im ÖPNV tätig. Das Konzept der fahrerlosen Bahnen, das sich weltweit durchzusetzen beginnt, bedeutet für seinen Berufsstand eine grundlegende Veränderung.

Ohne intensive Fortbildung und betriebsnahe Umschulungen wird vielen Triebwagenführern in naher Zukunft nur der Berufswechsel bleiben. Denn die verbleibenden Beschäftigungsverhältnisse bspw. beim Fern- und Güterschienenverkehr werden knapper werden. Aufgrund seines ausgeprägten technischen Interesses und seiner hohen Lern- und Veränderungsbereitschaft, bieten sich für Torsten Schäfer jedoch neue zukunftssichere und gut dotierte Berufsperspektiven.


Persönliche Sichtweise

„Wenn Sie mich fragen, ist mein Ausbildungsberuf heute schon so eine Art Auslaufmodell. So schnell wie die Industrie die führerlose Mobilität vorantreibt, werden nicht nur Eisenbahnen und Automobile, sondern irgendwann auch Flugzeuge und Schiffe weitgehend ohne Fahrer, Piloten und Steuermänner unterwegs sein. Technisch ist das längst möglich. Nur was passiert, wenn die Systeme mal nicht so arbeiten, wie sie sollen, das ist eine andere Sache. Bei uns wird hierzu demnächst ein Testlauf im halbautomatisierten Bahnbetrieb gestartet. Dafür habe ich mich erfolgreich als Begleiter angemeldet und zusätzlich für eine Qualifizierung als Sicherheitsmanager für 'Automatic Train Protection' entschieden. Das ist zwar neben dem Schichtdienst oft ganz schön stressig, aber es bringt ja auch nichts vor der Zukunft den Kopf in den Sand zu stecken.“



Das sagt der ias-Experte






Frank Grauer,
Kompetenzfeldleiter Arbeitssicherheit in der ias-Gruppe


Die Digitalisierung hat den Arbeitsplatz von Torsten Schäfer grundlegend verändert und wird ihn vom Führer eines Triebfahrzeugs zu einem „informierten Entscheider“ werden lassen, der die Maschinen bedient und überwacht. Wichtig ist, dass die fortschreitenden, ständig weiterentwickelten Systeme so intelligent gestaltet werden, dass sie intuitiv bedient werden können und ein personelles Eingreifen ermöglichen. Von Herrn Schäfer erfordert dieses neue Berufsbild zum Teil gänzlich neue Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz und ganzheitliches, vernetztes Denken sowie ein Höchstmaß an Flexibilität und Lernbereitschaft. Herr Schäfer hat sicherlich die richtige Einstellung. Anderen Mitarbeitern geht es vielleicht anders: Den Hemm-schwellen, mit den technischen Neuerungen umzugehen, sollte daher durch ein Schulungssystem begegnet werden, denn die Beschäftigten sollten die Neuerungen nicht als Mehrbelastung, sondern als eine Aufgaben-verschiebung empfinden. Der Weg dafür muss jedoch geebnet werden. Die Experten der ias-Gruppe unterstützen Unternehmen hierbei und beraten insbesondere in der Ausgestaltung und Sicherheit dieser neuartigen Arbeitsplätze. Eine frühzeitige Beurteilung der neuen Arbeitsbedingungen, unter Einbeziehung der psychischen Beurteilung von Gefährdungen, ist unbedingt angezeigt.


Bei Fragen steht Ihnen Herr Grauer gern zur Verfügung: frank.grauer[at]­ias-gruppe.de


> ias-Experte Dr. Hanns Wildgans zum Thema Medizin
> ias-Expertin Gerlinde Wiemann zum Thema Psychologie


*Beitragsbilder: 1. iStock.com / Portra | 2. Foto: Andreas Krieg