Vorstandsinterview

Gesundheit und Leistungsfähigkeit im digitalen Zeitalter

Die digitale Transformation ermöglicht nicht nur vielfältige neue Formen von Kommunikation und erhöht unseren Lebenskomfort - sie verändert auch radikal und in hohem Tempo die Arbeitswelt.

Neben den technologischen Veränderungsprozessen finden Umwälzungen ganzer Berufsformen statt. Arbeit wird zunehmend geprägt sein von stärkerer Selbstorganisation, temporärer Vernetzung in Projekten, variablen Raum- und Zeitstrukturen, entgrenztem Arbeiten, virtuellen Organisationen, größtmöglicher Flexibilität, Arbeitsverdichtung und Zeitdruck. Immer kürzere Technologiezyklen erfordern zudem eine permanente Weiterentwicklung von Anwendungs- und Innovationskompetenzen und damit neue Formen des individuellen und organisationalen Wissensmanagements. 

Ein Interview mit Frau Dr. Schröder-Wrusch und Herrn Dr. Wrogemann, Vorstände der ias Aktiengesellschaft.

                                                                                                                         *Beitragsbild: Florian Liedel



Warum steht das Jubiläumsjahr der ias-Gruppe im Zeichen der Digitalisierung?

Dr. Schröder-Wrusch: Als Pionier und Experte für den Erhalt und die Förderung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit stellen wir den Menschen im Arbeitsumfeld mit seinen physischen, psychischen und sozialen Zusammenhängen in den Mittelpunkt unserer Arbeit. In der ias-Gruppe setzen wir uns tagtäglich mit den sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen unserer Kunden und der Arbeitswelt im Allgemeinen auseinander. Die Digitalisierung von Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen ist kein kurzlebiges Phänomen oder eine Übergangsphase. Ihre vielfältigen Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Arbeitswelt sind daher ein passendes Thema für unser 40. Jubiläum, in dem wir weniger zurück auf unsere erfolgreiche Entwicklung, als nach vorne auf die Herausforderungen der Zukunft blicken wollen.

Wie gelingt es, die Menschen bereit für die Digitalisierung zu machen?

Dr. Wrogemann: Menschen haben ein tief sitzendes Bedürfnis nach Stabilität. Und zugleich blühen sie auf, wenn sie Neues lernen, wenn ihre Flexibilität gefordert ist, sie ihren routinierten Weg verlassen - und dabei auch weiterhin ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Genau hierfür müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, denn erlebte Vorteile für die Arbeitnehmer und daraus resultierende positive Folgen für die Unternehmen äußern sich dann, wenn die Menschen nicht unvorbereitet vor große Veränderungen gestellt werden. Herausforderungen kann nur annehmen, wer sie versteht und mit ihnen umzugehen weiß. Und dann können sie Spaß bereiten, positiv motivieren. Immer mehr Beschäftigte stellen sich Fragen wie: "Was muss ich heute und in Zukunft können?", "Wie verhindere ich, dass ich mit meinen Fähigkeiten zum alten Eisen gehöre?"
Die Digitalisierung von Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen dringt schrittweise in fast alle Arbeitsbereiche vor. Man sagt "Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden". Und da jede tiefgreifende Veränderung auch einen Verlust von Sicherheit darstellt, ist eine verantwortungsvolle Gestaltung des Digitalisierungsprozesses seitens der Unternehmen unabdingbar. Hiermit sind viele Fachdisziplinen beschäftigt. 
Als ias-Gruppe stellen wir die vielfältigen Aspekte der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern und Organisationen in den Fokus. Unsere Aufgabe liegt also darin, zu untersuchen, was an der Schnittstelle Mensch, Organisation und Technik passiert, und hierfür sinnvolle Angebote und nachhaltig wirksame Problemlösungen zu finden.

Wie sieht Ihre Arbeit bei Ihren Kunden aus?

Dr. Schröder-Wrusch: Durch die Digitalisierung unserer Arbeitswelt ergeben sich vielfältige Perspektiven für eine neue Arbeitsorganisation und -gestaltung. Die hieraus resultierenden Chancen sollten die Unternehmen zu ihrem Vorteil nutzen. Für Organisationen öffnen sich umfassende Fragenkataloge: "Befinden sich traditionelle Tätigkeiten auf dem Rückzug?", "Wie können wir das geforderte lebenslange Lernen wirklich umsetzen?", "Wie gestalten wir die Arbeitssysteme und -prozesse so, dass sie auch übermorgen noch wirkungsvoll eingesetzt werden können?" und "Wie halten wir die Organisationen und Mitarbeiter unter diesen Bedingungen leistungsfähig?"

Wir untersuchen daher zunächst, in welcher Transformationsphase sich eine Organisation befindet und welche Veränderungen - z. B. die Einführung digitalisierter Systeme oder Prozesse - konkret bevorstehen. Dies sieht nicht nur von Unternehmen zu Unternehmen anders aus, sondern auch von Abteilung zu Abteilung, denn die unterschiedlichen Berufszweige befinden sich in verschiedenen Stufen einer komplexen Entwicklung. Wir sprechen hier von einer Ungleichzeitigkeit der eintretenden Veränderungen. Diese nicht zeitgleich flächendeckend eintretenden Auswirkungen auf die diversen Bereiche eines Unternehmens gilt es zu adressieren und produktiv für den Transformationsprozess zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man sagt „Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert werden“. Und da jede tiefgreifende Veränderung auch einen Verlust von Sicherheit darstellt, ist eine verantwortungsvolle Gestaltung des Digitalisierungsprozesses seitens der Unternehmen unabdingbar.

 

Welche Beobachtungen machen Sie in den Kundenunternehmen?

Dr. Schröder-Wrusch: In Gesprächen mit unseren Konzernkunden wie auch unseren Kunden aus dem Mittelstand erfahren wir gelegentlich eine abwartende Haltung. Mit dieser Zurückhaltung können die Unternehmen unter Umständen richtig liegen, denn nicht jede Neuerung muss Einzug in die eigene Organisation halten. Dennoch gilt: Wenn unsere Gesellschaft zunehmend digital lebt, dann tun das auch die Kunden und Mitarbeiter unserer Kunden. Institutionen und Unternehmen können es sich nicht leisten, in eine reine Beobachterrolle zu fallen, während die Gesellschaft eine neue Sprache lernt und dabei in hohem Tempo voranschreitet.

Die Digitalisierung ist ganz klar eine der zentralen Herausforderungen der modernen Gesellschaft und ihrer Wirtschafts- und Arbeitswelt, für die die Unternehmen rechtzeitig die passenden Antworten finden müssen. Wir beobachten, dass immer mehr Unternehmen diese Herausforderung lieber heute als morgen angehen möchten - wir in der ias-Gruppe begleiten sie dabei.







Wenn unsere Gesellschaft zunehmend digital lebt, dann tun das auch die Kunden und Mitarbeiter unserer Kunden.

 

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