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Stromunfälle

Stromunfälle oder auch Elektrounfälle genannt, sind Unfälle, die durch elektrischen Strom verursacht werden. Solche Unfälle können entstehen, wenn Personen mit spannungsführenden Teilen in Kontakt kommen, defekte elektrische Geräte verwenden oder ungeschützte Stromleitungen berühren. Stromunfälle gehören zu den gefährlichsten Unfallarten, da sie schwere Verletzungen oder tödliche Folgen haben können.
Ursachen und Gefahrenquellen für Stromunfälle 
Die häufigsten Ursachen für Stromunfälle resultieren vor allem aus menschlichem Fehlverhalten und Nachlässigkeit.

Häufige Ursachen für einen elektrischen Schlag am Arbeitsplatz sind:

  • Beschädigte Kabel, Steckdosen, Schalter oder Geräte
  • Unachtsamkeit oder Fahrlässigkeit beim Umgang mit elektrischen Anlagen
  • Eigenmächtiges Reparieren oder Modifizieren von Anlagen ohne Fachkenntnisse
  • Berührung spannungsführender Teile
  • Fehlbedienung von Maschinen oder Anlagen
  • Nicht korrekt abgeschaltete Leitungen
  • Leckströme an scheinbar abgeschalteten Leitungen
  • Scheinbar spannungsfreie Bauteile durch Netzfreischalter
  • Annäherung an spannungsführende Teile in Arbeitsbereichen (z. B. Hochspannungsanlagen in Industrie)

Stromunfall am Arbeitsplatz: Symptome und Folgen

Die Folgen eines Stromunfalls hängen von Stromart, Stromstärke, Einwirkdauer, Körperwiderstand, Kontaktfläche und Stromweg durch den Körper ab.

Mögliche Symptome eines Stromunfalls:

  • Muskelverkrampfungen
  • Verbrennungen an Ein- und Austrittsstellen („Strommarken“)
  • Bewusstlosigkeit oder Herz-Kreislauf-Stillstand


Stromunfälle sind eine ernstzunehmende Gefahr am Arbeitsplatz. Durch umsichtiges Verhalten, technische Schutzmaßnahmen und regelmäßige Schulungen lassen sich Risiken deutlich reduzieren.
Für Unternehmen können Stromunfälle hohe Ausfall- und Behandlungskosten, Folgeschäden und rechtliche Konsequenzen bedeuten. Beschäftigte profitieren von Präventionsmaßnahmen, da lebensgefährliche Situationen und langfristige Gesundheitsschäden vermieden werden.

Prävention von Elektrounfällen

  1. Gefährdungsanalyse durchführen:
    Identifikation von Risiken durch elektrische Anlagen und Geräte im Betrieb oder zuhause.
  2. Sichtprüfung und Wartung:
    Regelmäßige Kontrolle aller elektrischen Geräte und Leitungen auf Schäden.
  3. Sicherheitsunterweisungen:
    Mitarbeitende zum richtigen Umgang mit Elektrizität schulen.
  4. Benutzung von geprüften Elektrogeräten:
    Nur zugelassene und regelmäßig gewartete Geräte einsetzen.
  5. Vorschriften und Schutzmaßnahmen umsetzen:
    Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern (FI), Schutzkleidung, Abschalten des Stroms bei Wartungsarbeiten.
  6. Notfallmaßnahmen kennen:
    Wissen, wie man bei einem Stromunfall reagiert (z. B. Strom sofort abschalten, Erste Hilfe leisten und Notruf wählen).

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen

  • Stromzufuhr unterbrechen: Stecker ziehen oder Sicherung ausschalten. Betroffene nur mit nichtleitenden Gegenständen wie Decke oder Holzstiel von der Stromquelle trennen.
  • Notruf 112 wählen: Angeben, dass es sich um einen Stromunfall handelt, damit Rettungskräfte optimal vorbereitet sind.
  • Person beruhigen: Wenn sie bei Bewusstsein ist, ansprechen und beruhigen.
  • Brandverletzungen versorgen: Mit keimfreien Pflastern oder Binden abdecken; Klebestellen nur auf gesunder Haut anbringen.
  • Bewusstlose Personen: Prüfe Atmung. Bei normaler Atmung stabile Seitenlage anwenden und regelmäßig Kontrolle.
  • Keine Atmung: Sofort mit Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, Herzdruck-Massage durchführen.

Sicherheitsstandards elektrischer Geräte in Deutschland

Betriebe müssen gemäß Arbeitsschutzgesetz und DGUV Vorschrift 3 alle elektrischen Anlagen und Geräte regelmäßig durch Elektrofachkräfte prüfen lassen. Wichtige technische Schutzmaßnahmen, wie Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) und Schutzerdung, sind vorgeschrieben. Die Einhaltung der DIN VDE-Normen garantiert einen sicheren Betrieb elektrischer Anlagen. Beschäftigte erhalten regelmäßige Sicherheitsunterweisungen, Gefährdungsbeurteilungen sind Pflicht. Diese umfassenden Regelungen und regelmäßigen Kontrollen minimieren das Risiko schwerer Elektrounfälle im Arbeitsalltag.

Weitere wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Elektrounfällen

  • Stromschlag: Körperschädigung durch elektrischen Stromfluss.
  • Gefährdungsbeurteilung: Systematische Analyse, um Risiken durch Elektrizität zu erkennen.

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