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BGM: Gesunde Führung führt zu gesunden Mitarbeitern

Caterpillar Energy Solutions setzt sein Gesundheitsmanagement neu auf. Damit will der Mannheimer Maschinenbauer nichts Geringeres als einen Kulturwandel einleiten.

Praxisreport

Betriebliches Gesundheitsmanagement, Führung, Sicherheit, Beispiel, Erfahrungsbericht

Ein Interview mit Peter Körner, Geschäftsführer bei Caterpillar Energy Solutions, über die Rolle der Führungskräfte.

Herr Körner, Sie kommen frisch aus dem Urlaub zurück. Sind Sie in Ihrer Freizeit für Kollegen erreichbar?

Sagen wir so: In dringenden Fällen kann ich per SMS kontaktiert werden. Berufliche E-Mails hingegen lese ich seit letztem Jahr konsequent nicht mehr im Urlaub. Die Entscheidung fiel mir anfangs nicht leicht, aber der Abstand zum Büro hilft mir, den Kopf frei zu bekommen und gut erholt in meinen Job zurückzukehren. Zudem ist dieser Schritt nur folgerichtig. Ich kann meinen Mitarbeitern nicht Achtsamkeit und Selbstfürsorge predigen und dann selbst rund um die Uhr erreichbar sein.

So sollten Führungskräfte Vorbild für ihre Mitarbeiter sein?
Gesunde Führung setzt zuerst bei der Führungskraft an und überträgt sich im Idealfall auf die Mitarbeiter. Ich bin überzeugt, dass wir nur durch ein Vorleben gesunder Prinzipien unser Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) glaubwürdig an unsere Mitarbeiter vermitteln können.

Wir brauchen Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter weiterentwickeln können.

Peter Körner

Geschäftsführer bei Caterpillar Energy Solutions

Stößt diese Erwartung auf Verständnis?

Teils, teils. Für unseren Führungsnachwuchs ist der symbiotische Dreiklang von „gesund leben, arbeiten und führen“ oft selbstverständlich, während sich manch alteingesessener Chef schwerer tut, sein Führungsverhalten zu hinterfragen.

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Dennoch ist es für mich der einzige Weg. Die Erwartungen an Führungskräfte sind gestiegen. Wir brauchen Menschen, die in der Lage sind, ihre Mitarbeiter weiterzuentwickeln, ihre Potenziale zu heben, aber auch ihre Belastungsgrenzen zu erkennen. Stichwort: Fürsorgepflicht. Noch zu wenige Führungskräfte wissen, was ihren Mitarbeitern wichtig ist und was jeder einzelne auch braucht – sei es Wertschätzung, Entscheidungsfreiräume oder Eigenverantwortung –, um einen guten Job zu machen.

Und dazu wollen Sie die Führungskräfte befähigen?

Ja, denn mit der Weiterentwicklung unserer Gesundheitsmaßnahmen wollen wir auch einen Kulturwandel anstoßen: Die Themen Sicherheit sowie körperliche, aber auch psychische Gesundheit sollen gelebte Praxis und allgegenwärtig sein. Es liegt an unseren Mitarbeitern – und insbesondere Vorgesetzten –, dass dieses Ziel keine Vision bleibt. In der Vergangenheit lag unser Fokus stärker auf der Arbeitssicherheit.  Heute wissen wir: BGM ist mehr als die Vermeidung von Arbeitsunfällen.

Was beinhaltet Ihre neue Strategie?

Als eine der ersten Maßnahmen haben wir unseren Führungskräften in Schulungen ein einheitliches BGM-Verständnis vermittelt, sie mit den Grundpfeilern gesunder Führung vertraut gemacht und ihnen Tipps für die eigene Praxis an die Hand gegeben. Jede Führungskraft muss den Führungsstil finden, der zur eigenen Persönlichkeit, aber auch zum Arbeitsumfeld sowie den Mitarbeitern passt...

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Aber das ist nur ein Baustein unseres ganzheitlichen BGM-Fahrplans, den wir erarbeitet haben. Wir sind froh, mit der ias-Gruppe einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben, den wir bereits aus der klassischen Arbeitsmedizin  kennen und der uns auch zu strategischen Themen beraten kann. Ein ias-Team aus  Unternehmensberatern, Psychologen und Coaches unterstützt uns zudem bei der konkreten Bearbeitung von dringenden Themen, seien es Führungskräfteschulungen oder Mitarbeitertrainings zum täglichen Stressmanagement und zur Resilienzförderung.

Und wie kommen Ihre Bemühungen intern an?

Wir rühren kräftig die Werbetrommel für unser BGM und haben ein eigenes BGM-Logo entwickelt, das die Wiedererkennbarkeit der Gesundheitsmaßnahmen erhöhen soll. Manche Maßnahme zeigt sofortige Wirkung: Indem wir die Mitarbeiter direkt an ihrem Arbeitsplatz mit Wasser beliefern, müssen diese nicht lange Wege zur Kantine zurücklegen oder Wasserkästen schleppen. Das spart Zeit, sichert die Produktivität und schont den Rücken. Durch scheinbar kleine Schritte wie diese konnten wir schon einiges anschieben.

Perspektivisch werden wir das Thema Gesundheit zum Führungsinstrument machen und Gesundheitsziele in die jährlichen Zielvereinbarungen aufnehmen. Welche BGM-Maßnahmen ihrem Team zugutekommen, können die Vorgesetzten selbst wählen.

Doch Achtung: Gesunde Führung ist keine Einbahnstraße! Ich sehe die Pflicht auf beiden Seiten. Mitarbeiter tragen eine Selbstverantwortung. Sie dürfen und sollten die Führung und Gesundheitsmaßnahmen einfordern, die sie benötigen. Viele unterschätzen, über welche Möglichkeiten sie verfügen, selbst zu guter Führung beizutragen.

Peter Körner stellt die neue BGM-Struktur vor:

Steuerkreis Gesundheit 
Alle relevanten Player an einem Tisch: Zweimal im Jahr tagen Geschäftsführung, BGM-Verantwortliche, Betriebsrat, Personal- und Bereichsleiter sowie Vertreter der ias, um unsere Ziele, Leitlinien und BGM-Strategie und -Standards zu besprechen.

BGM-Arbeitskreise
Je ein Arbeitskreis für die Unternehmensbereiche Verwaltung, Service sowie die Bereiche, die direkt mit der Herstellung der Aggregate beschäftigt sind. Diese Kollegen befassen sich mit den Bedarfen der Mitarbeiter vor Ort und schlagen ziel gerichtete Gesundheitsmaßnahmen vor.

BGM-Verantwortlicher
Bei diesem laufen alle Fäden zusammen: Seit 2018 arbeitet mein Kollege Manuel Sauter an der konkreten Umsetzung von Maß nahmen, die oben genannte Gremien angestoßen haben. Dazu gehören Vorschläge wie der Aufbau einer Suchtberatung oder die Wasserversorgung der Mitarbeiter.

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