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Es gab keine Anzeichen

Die Deutsche Bahn bietet ihren Führungskräften Gesundheits-Check-ups an. Bei Dr. Stefan Kotkamp wurde dabei eine Krebserkrankung diagnostiziert.

Körper & Seele

Arzt, Patient, Dialog, Prevent, Check-up

Im Gespräch mit Dr. Stefan Kotkamp (Geschäftsführer DB Job-Service GmbH), Dr. Christian Gravert (Leitender Arzt der Deutschen Bahn AG) und Dr. Anne-Kathrin Collisi (Fachärztin für Innere Medizin, ias PREVENT).

Herr Dr. Kotkamp, wir freuen uns, dass Sie den Krebs besiegt haben. Die Erkrankung wurde beim Check-up festgestellt. Sie sind noch recht jung, warum haben Sie sich für einen Check-up entschieden?

KOTKAMP: Eigentlich bin ich ein typischer Mann und gehe eher selten zum Arzt. Der Gesundheits-Check-up von ias PREVENT (bei uns DB Sprint genannt) haben mir aber einige Kollegen unabhängig voneinander sehr empfohlen und als wirklich hochwertige Untersuchung beschrieben. Da ich von ein paar gesundheitlichen „Einschlägen“ im Kollegen- und Bekanntenkreis mitbekommen habe, war dann für mich schnell klar, dass ich an dem Programm teilnehmen möchte.

War das Ihr erster Check-up?

KOTKAMP: Nein, ich war bereits zum dritten Mal bei ias PREVENT. Das hat den Vorteil, dass man schon eine Historie aufgebaut hat und sehen kann, wie sich bestimmte Werte mit der Zeit positiv oder negativ entwickeln.

Man kann Krankheiten vermeiden oder, wie in meinem Fall, zumindest erkennen, solange sie noch gut behandelbar sind.
 

Dr. Stefan Kotkamp

Geschäftsführer 

Was genau bietet das Programm?

GRAVERT: Bei ias PREVENT erhalten die Teilnehmer an einem Tag sämtliche wichtigen Informationen rund um ihren Gesundheitsstatus, einen 360-Grad-Blick sozusagen. Sie können mit dem Arzt ausführlich ihre medizinische Familiengeschichte, mögliche Vorbelastungen wie auch aktuelle Herausforderungen besprechen. Seit mehr als 20 Jahren sind Gesundheits-Check-ups für leitende Angestellte ein fester Bestandteil unseres DB Gesundheitsmanagements. Wir unterstützen damit unsere Führungskräfte, etwas für ihre eigene Gesundheit zu tun.

Viele Untersuchungen könnte ja auch der Hausarzt machen. Was ist denn bei Ihnen anders?

COLLISI: Der Hausarzt ist und bleibt natürlich der Ansprechpartner für die Primärversorgung von Patienten. Wir hingegen agieren als hoch spezialisierter Präventionsanbieter. Unsere Struktur ermöglicht es, dass wir sehr schnell sehr viele diagnostische Ergebnisse auf hohem Niveau bekommen. Zusätzlich haben wir Zeit für eine individualisierte und ganzheitliche Beratung. Während Grippe- oder Durchfallwellen oder akute medizinische Notfälle die Hausarztpraxen vor erhebliche Herausforderungen im Routineablauf stellen können, sind wir in der glücklichen Lage, dass wir uns ausschließlich um einen optimalen Check-up kümmern können. Teilnehmer erhalten so immer ein Maximum an Diagnostik, ohne dabei mit akut kranken Menschen im Wettbewerb um die Arzt-Zeit zu stehen.

Ein Check-up ist ein hervorragendes Investment, sowohl für die Führungskraft selbst wie für den Arbeitgeber.
 

Dr. Christian Gravert

BGM-Verantwortlicher

Herr Gravert, so ein Check-up kostet Unternehmen Geld. Warum empfehlen Sie eine Teilnahme und werben dafür in den eigenen Reihen?

GRAVERT: Die Kosten für die Check-ups lassen sich langfristig mit auskömmlichen Budgets planen. Der Nutzen überwiegt eindeutig die Kosten. Solch ein Tag alle zwei bis drei Jahre ist ein hervorragendes Investment, sowohl für die Führungskraft selbst wie für den Arbeitgeber. Meistens finden sich zum Glück keine schwerwiegenden Diagnosen, aber auch dann sind die Hinweise zum Lifestyle und zur persönlichen Balance sowie die Gewissheit, nicht krank zu sein, wertvoll für eine langfristige Leistungsfähigkeit im Privatleben und Beruf. Der hohe Nutzen der Check-ups für das Unternehmen entsteht über die rechtzeitige Abwendung von langfristigen krankheitsbedingten Ausfällen. Das überzeugt auch das Finanzamt. Check-ups sind deshalb als überwiegend betriebsnotwendige Ausgaben anerkannt, sie zählen nicht als geldwerter Vorteil.

Gravert, Collisi, Kotkamp
Drei Perspektiven, eine Meinung: Präventionsmaßnahmen wie der Check-up zahlen sich aus, da sind sich der BGM-Verantwortliche, die Ärztin und der Geschäftsführer einig (v. l. n. r. Dr. Christian Gravert, Dr. Anne Collisi und Dr. Stefan Kotkamp).
ias-Gruppe / Mario Weihrich

Was sind aktuell die wichtigsten Entwicklungen in der Präventionsmedizin?

COLLISI: Die moderne Medizin und Angebote wie unser Check-up ermöglichen ein sehr hohes Maß an körperlicher Gesundheit, vorausgesetzt, man nimmt sie in Anspruch. Mindestens genauso wichtig wie das Alter sind Lebensqualität und Wohlbefinden. Wir sprechen daher auch von der sogenannten „gesunden Lebenserwartung“. Diese, also der Gewinn an gesunden Jahren mit entsprechender körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit und Lebensqualität, rückt für uns ins Visier. Insgesamt gewinnt auch die personalisierte und individualisierte medizinische Beratung immer weiter an Bedeutung. Wir bieten daher neben modernster Diagnostik (wie Genanalysen) auch neue Fachgebiete wie die Gender- oder Lebensphasenmedizin an, um Menschen in ihrer jeweiligen Lebens- und Arbeitssituation abzuholen. Ein Thema, das uns dabei sehr am Herzen liegt, ist die mentale Gesundheit. Wir haben Module zur individuellen Stressanalyse und Stressbewältigung entwickelt, die sehr gerne in Anspruch genommen werden. 

Manchmal möchte man unangenehme Wahrheiten nicht hören. Oder fühlt man sich als Führungskraft unverwundbar? Was würden Sie Ihren Kollegen empfehlen?

KOTKAMP: Na ja, unverwundbar sicher nicht. Aber bei mir gab es keinerlei äußere Anzeichen einer Krankheit, insofern kam die Diagnose dann schon als Schock. Und das ist für mich der große Vorteil eines Präventionsprogramms. Man kann Krankheiten vermeiden oder, wie in meinem Fall, zumindest erkennen, solange sie noch gut behandelbar sind. Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung den Check-up nur allen ans Herz legen. 

Schon gewusst? Vorsorge ist nicht gleich Früherkennung

Medizinische Früherkennungsmaßnahmen werden gelegentlich auch als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet. So sprechen viele von Krebsvorsorge, obwohl es sich hierbei streng genommen um eine Früherkennungsuntersuchung handelt. 

Die Unterschiede:

Vorsorge = Krankheiten verhindern

Alle Maßnahmen, die das Auftre­ten von Krankheiten verhindern. Dazu zählen Impfungen, Hygiene, Unfallverhütung, Alkohol- und Nikotinverzicht, körperliche Aktivität, gesunde Ernährung. Berücksichtigt werden auch der Körper-, Geistesoder Seelenzustand des Menschen. 

Früherkennung = Krankheiten erkennen 

Alle Maßnahmen, durch die eine bereits existierende Krankheit (die noch nicht durch Schmerzen oder Beschwerden aufgefallen ist) er­kannt werden kann. Die Früherkennung erfolgt durch eine medi­zinische Diagnostik. Ein frühzeitiges Erkennen von Krankheiten wie Krebs kann die Heilungschancen erhöhen.* 

* Ausnahme: Bei Darmspiegelungen handelt es sich tatsächlich um eine DarmkrebsVorsorgeuntersuchung. Werden gutartige Polypen im Darm entdeckt und entfernt, kann so das Entstehen von Darmkrebs verhindert werden.

Beitragsbilder: Shutterstock / sebra, ias-Gruppe / Mario Weihrich

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