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Hilft Melatonin gegen Schlafstörungen?

Das körpereigene Hormon reguliert den Schlaf-wach-Rhythmus. Mit steigendem Melatoninspiegel werden wir müde.

Gesunder Schlaf

Müdigkeit am Tag kann ein Zeichen von zu viel Melatonin sein

Dr. Jutta Drees

Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie, ias PREVENT Düsseldorf

Schlafstörungen lassen sich unter anderem durch einen gestörten Melatoninhaushalt erklären. Manche Medikamente (zum Beispiel Betablocker, Kortisonpräparate), Alkohol, Nikotin, koffeinhaltige Getränke oder künstliches Licht am Abend können zu einer Abnahme der Melatoninproduktion führen. Auch Schichtarbeit, Langstreckenflüge, intensiver Sport am Abend oder dauerhafter Stress können den Melatoninhaushalt durcheinanderbringen, hierbei kann es zu einem Anstieg von Cortisol kommen. Das Stresshormon ist ein Gegenspieler von Melatonin, es versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Aber auch das Alter spielt eine Rolle: Im Alter lässt die körpereigene Melatoninproduktion nach, Schlafstörungen nehmen zu.

Wirksamkeit und die (Langzeit-)Risiken einer Melatonintherapie sind aktuell nicht ausreichend erforscht, daher wird in Deutschland von einer längerfristigen Einnahme abgeraten. Zum richtigen Zeitpunkt gegeben (in der Regel zwischen 21 und 23 Uhr) soll Melatonin helfen, den gestörten Tag- Nacht-Rhythmus zu normalisieren, die Einschlafzeit zu verkürzen und die Schlafqualität zu verbessern. Diese Aussagen lassen sich allerdings nicht eindeutig durch Studien belegen. Von einer unkritischen Einnahme melatoninhalitger Substanzen wird abgeraten, da Melatonin als Hormon viele körpereigene Regelkreisläufe beeinflussen könnte. In seltenen Fällen treten auch Wechselwirkungen mit anderen
Medikamenten oder Nebenwirkungen wie Reizbarkeit, Albträume, Kopf- und Bauchschmerzen, Schläfrigkeit auf. Die Einnahme sollte erst nach ärztliche Beratung erfolgen, auch wenn Präparate mit einer Dosierung von weniger als einem Milligramm als Nahrungsergänzunsgsmittel erhältlich sind.

Melatonin: Natürlich reguliert

  • Dunkelheit regt die Melatoninausschüttung an.
  • Der Einfall von Tageslicht ins Auge hemmt die Freisetzung.
  • Die stärkste Ausschüttung des Hormons erfolgt zwischen 2 und 4 Uhr nachts. Danach sinkt der Spiegel wieder.

Dieser Artikel ist in dem ias-Kundenmagazin impulse erschienen, das Sie als ePaper abonnieren können.

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