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Metabolische Psychiatrie: Stoffwechselgesundheit und psychische Erkrankungen

Neue Erkenntnisse der Metabolischen Psychiatrie zeigen, wie Stoffwechsel und Psyche zusammenhängen. Sabine Benkowitsch, Leitende Ärztin am ias PREVENT-Standort Karlsruhe, fasst zusammen.

Von einer Darm-Hirn-Achse haben die meisten wohl schon gehört. Wie steht es aber um eine Depression-Insulinresistenz-Achse? Mit solchen Begriffen werden die Auswirkungen einer gestörten Stoffwechselgesundheit mit ihren Folgen auf unser Gehirn bezeichnet – umgekehrt hat aber auch das Gehirn mit seinen emotionalen Zuständen und seinen komplexen Funktionen einen Einfluss auf unseren Darm sowie unseren Stoffwechsel. Die zentrale Frage lautet: Wie können manifeste psychiatrische Erkrankungen mit dem Darm oder mit anderen Stoffwechselprozessen zusammenhängen oder sogar durch diese ausgelöst werden? Aktuelle Studien und Fakten aus diesem recht neuen Forschungsfeld belegen einen solchen Einfluss. 

Sabine Benkowitsch, Leitende Ärztin am ias PREVENT-Standort Karlsruhe

Psychische Beschwerden entstehen nicht immer ausschließlich im Gehirn. Immer mehr Erkenntnisse zeigen, dass auch Stoffwechselprozesse, das Immunsystem und die Darmgesundheit eine wichtige Rolle für unser psychisches Wohlbefinden spielen können.

Sabine Benkowitsch

Leitende Ärztin, ias PREVENT Karlsruhe

Psychiatrische Erkrankungen und Störungen können einen messbaren Auslöser in verschiedenen Störungen im Energie-Stoffwechsel haben. Entsprechende Zusammenhänge zeigen sich beispielsweise bei genetischen Voraussetzungen im Herz-Kreislaufsystem (kardio-metabolisch), im Fett- und Zuckerstoffwechsel, bei Beeinträchtigungen des Immunsystems oder auch im Mikrobiom, also der Zusammensetzung der Darmbakterien. Auch Veränderungen von Neurotransmittern wie Tryptophan, Dopamin, Ketonkörpern/Butyrat, Glutamat, Aspartat oder Kynurenin werden in diesem Zusammenhang beschrieben. 

Am besten belegt sind diese Zusammenhänge aktuell bei Depressionen. Studien zeigen, dass Störungen der Darmgesundheit mit dem Auftreten und der individuellen Ausprägung depressiver Symptome in Verbindung stehen können. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass sich eine Verbesserung der Darmgesundheit auch positiv auf die Symptomatik auswirken kann. Darüber hinaus wird aktuell untersucht, ob es auch einen Zusammenhang zu anderen Erkrankungen wie ADHS bei Kindern und Erwachsenen, Erkrankungen aus dem Autismus-Spektrum oder Suchterkrankungen geben könnte. 

Die häufigsten Stoffwechselerkrankungen in diesem Rahmen sind der Diabetes mellitus bzw. die Insulinresistenz und die Fettstoffwechselstörung zum Beispiel im Rahmen einer Leberverfettung, bei denen offensichtlich wird, welche Auswirkungen ein schlecht funktionierender Stoffwechsel auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Durch die falsche Verwertung der Nahrungsmittel entstehen Metabolite (Stoffwechselprodukte), die sogar toxisch, also giftig, auf unser Gehirn wirken können. Symptome wie „Hirnnebel“, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit (vor allem nach dem Essen), Motivationsdefizite für körperliche Aktivität, Stressanfälligkeit oder beeinträchtigte Resilienz können sowohl vom Stoffwechsel aus ins Gehirn wirken als auch umgekehrt den Stoffwechsel wieder so beeinflussen, dass sich mitunter eine sich selbst verstärkende Symptomatik ergibt. 

Sabine Benkowitsch, Leitende Ärztin am ias PREVENT-Standort Karlsruhe

Unser Ziel ist es, psychische Symptome nicht isoliert zu betrachten, sondern mögliche Zusammenhänge mit Stoffwechsel, Ernährung und Darmgesundheit mitzudenken. Daraus können sich wertvolle zusätzliche Ansatzpunkte für die Behandlung ergeben.

Sabine Benkowitsch

Leitende Ärztin, ias PREVENT Karlsruhe

Es kann vor allem in neueren Studien belegt werden, dass es belastbare Daten für solche psychischen Beeinträchtigungen gibt und dass sowohl klinische als auch messbare Fakten existieren, die im klinischen Alltag nicht ignoriert werden können. Psychische Symptome dürfen also nicht allein über eine „Fehlregulation im Gehirn“ erklärt werden und nur in die Hände des dafür zuständigen Facharztes abgegeben werden, sondern sollten auch als eine Möglichkeit begriffen werden, den Metabolismus der betroffenen Person als Auslösefaktor zu hinterfragen. Umgekehrt kann das Erkennen eines gestörten Metabolismus auch die Chance bieten, einen Verbesserungsprozess und gegebenenfalls auch eine Genesungsmöglichkeit darzustellen, was allein mit Psychopharmaka in den meisten Fällen gar nicht erreicht werden kann. Entsprechende Biomarker-Profile können dann in gemeinsamer fachärztlicher Zusammenarbeit ausgewählt werden und zur Steuerung der Therapie einen umfassenderen Ansatz darstellen. 

Die ias PREVENT unterstützt diesen Ansatz in der ganzheitlichen Betrachtung und berücksichtigt insbesondere die Stoffwechselseite, um eine erweiterte und umfassende Darstellung der Symptomatiken zu erhalten, entsprechend zu beraten und metabolische Co-Interventionen zu fördern. Sprechen Sie uns an!

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