Direkt zum Inhalt

Allergie-Patienten und Covid-19

Alle Jahre wieder ist Heuschnupfenzeit. Wie unterscheidet man Allergien von einer Coronainfektion?

Gesundheitstipps

Erkältung, Schnupfen

Dr. Jutta Drees, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie, ias PREVENT: Allergien und Virusinfektionen können ähnliche Beschwerden verursachen. Viele Menschen mit Symptomen wie trockenen Husten, Atemnot, Niesreiz und Schnupfen fragen sich, ob sie eine Allergie oder eine Covid-19 Infektion haben.

    Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Symptomen bei Allergie und Virusinfektion
    ias-Gruppe

    Allergie oder Virus?

    Während bei der Covid-19 Infektion Fieber und trockener Husten im Vordergrund stehen, sind die typischen allergischen Beschwerden juckende und tränende Augen, Niesreiz und Schnupfen.

    Trockener Husten und Schnupfen können sowohl ein Anzeichen einer Allergie als auch von Corona sein - Fieber gehört nicht zu den Beschwerden bei Allergien.

    Allergietherapie und Corona

    In der aktuellen SARS-CoV-2 Pandemie wurde die Standardtherapie allergischer Rhinitis / Heuschnupfen und allergischen Asthma bronchiale in Frage gestellt. Das führte zur Verunsicherung von Patienten. Inhalierbare Steroide standen plötzlich unter Verdacht, ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung bzw. schweren Verlauf von Covid-19 Infektionen bewirken zu können.

    Es gibt aktuell keine Anhaltspunkte für ein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 durch inhalierbare Steroide.

    Im Gegenteil: das Absetzen der Inhalationstherapie birgt das Risiko einer akuten Verschlechterung (z. B. Exazerbation eines Asthma bronchiale). Die Folge sind weitere notwendige Arztbesuche und damit eine erhöhte Ansteckungsgefahr für eine Covid-19 Erkrankung.

    In einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vom 16. März dieses Jahres raten Lungenexperten Asthmatikern ausdrücklich die Therapie mit inhalierbaren Steroiden (ICS) fortzuführen. Auch der AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen) empfiehlt nasale Glukokortikosteroide (nGKS) bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege (Heuschnupfen, chronische Nasennebenhöhlenentzündung) regelmäßig in der verordneten Dosis einzunehmen.

    Für das neue Coronavirus gibt es aktuell weder Therapie noch Impfstoff, deswegen ist es wichtig sich vor bakteriellen oder viralen Erkrankungen zu schützen. Neben den vom Robert Koch Institut empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich der Meidung von Sozialkontakten, sind Impfungen gegen Pneumokokken und im kommenden Herbst gegen Grippe sinnvoll.

    Dr. Jutta Drees ist Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie und führt am PREVENT-Standort Düsseldorf Check-ups durch.

    Bildrechte: Header: Fotolia / Laurentiu Iordache

    Diesen Artikel teilen

    Weitere Beiträge rund um Prävention

    ias-Kundenmagazin

    Spezial zu Wertschätzung: Von positiven Erfahrungen mit einer wertschätzenden Kultur berichtet Ritter Sport.

    zum E-Paper

    impulse

    dynamisches Frauen-Team als Coverbild des Kundenmagazins