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"Ich hätte mir früher Hilfe suchen sollen"

Im Schutz der Anonymität kann ein Betroffener heute davon berichten, warum er das Beratungstelefon nutzte und welche Hilfe er bekam

Bericht

EAP Erfahrungsbericht Telefonhotline Beratung

Warum haben Sie sich an die EAP-Beratungshotline gewandt?

Meine Kollegin hatte mir für mich völlig überraschend gesagt, dass ich seit Monaten schlecht gelaunt sei. Das war der Auslöser. Abends habe ich darüber mit meiner Frau gesprochen. Sie hat die Auffassung meiner Kollegin geteilt. Erst da ist mir aufgefallen, dass meine Stimmung und meine Verfassung gar keine Ausnahme, sondern längst die Regel waren. Ich schlief bereits seit Wochen schlecht und war gar nicht mehr in der Lage, die Dinge richtig einzuordnen. Auf meine Arbeitsleistung hatte das natürlich auch negative Auswirkungen: Ich war unkonzentriert und wollte, dass es keinem auffällt. 

Was hat Ihnen die Ansprechperson der Hotline geraten?

Sie hat mir zunächst Fragen gestellt und einfach zugehört. Ich war selbst erstaunt über meinen Redebedarf. Viel zu lange hatte ich mich nicht gefragt, wie es mir eigentlich geht. Wie ich merkte, war das längst überfällig. Ich hatte dann eine feste Beraterin, mit der ich dreimal telefoniert habe. Auf ihren Vorschlag hin bin ich anschließend noch zu persönlichen Terminen gegangen. Ich fand es erst übertrieben, dass ich angerufen habe, aber die Beraterin sagte, es war tatsächlich gut. Die Tendenz zu einer „Erschöpfungsdepression“ oder einem „Burn-out“ konnte deutlich erarbeitet werden. Für mich war das eine gute Erfahrung, herauszufinden, ich brauche Hilfe und ich kriege auch welche. 

Was hat sich seit der Beratung in Ihrem Leben verändert?

Mein Leben vor der EAP-Beratung bestand eigentlich nur noch aus Gefühlen von Stress und Müdigkeit. Ich hatte wenig Antrieb, gleichzeitig habe ich mir vorgeworfen, nicht stark zu sein, nicht die richtige Einstellung zu haben. Dementsprechend habe ich mehr Sport getrieben und war dadurch noch erschöpfter. Seit der Beratung arbeite ich vor allem mit Atemübungen gegen den Stress. Ich habe auch gelernt, Situationen anders zu bewerten. Ich schaue sie mir mittlerweile mehr von außen an und versuche eine andere Perspektive einzunehmen. Der größte Unterschied ist aber: Ich schlafe wieder gut. Im Nachhinein bin ich meiner Kollegin sehr dankbar für ihren Anstoß und denke, ich hätte mir früher Hilfe suchen sollen.

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