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Den Einzelnen wertschätzen

Ritter Sport stellt die Mitarbeiter in den Mittelpunkt und erzielt mit wertschätzenden Maßnahmen gute Ergebnisse

Spezial

Gabriele Noack, BGM, Ritter_Sport

Jeder zählt

"Niemand sollte das Gefühl haben, er sei eine Ressource“, sagt Gabriele Noack, Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bei der Alfred Ritter GmbH & Co. KG, besser bekannt durch ihre Marke Ritter Sport. Das ist eine klare Ansage, denn das 1912 gegründete Familienunternehmen zählt etwa 1.500 Mitarbeiter. Das Leitbild verschreibt sich Umweltschutz und Sozialbewusstsein: Ritter Sport legt großen Wert auf Nachhaltigkeit, hat eine eigene Kakaoplantage, sorgt dort für faire Arbeitsbedingungen. „Als Familienunternehmer denke ich nicht in Quartalsbilanzen, sondern in Generationen“, lässt sich Alfred Ritter, Enkel des Unternehmensgründers und bis 2015 Vorsitzender Geschäftsführer, zitieren. Das spiegelt sich auch in einem wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern wider und gilt für alle Führungskräfte. Das achtköpfige BGM-Team ist gut aufgestellt. Es arbeitet mit Trainern, Betriebsärzten und Partnern aus HR, Schwerbehindertenvertretung und dem Betriebsrat an gemeinsamen Lösungen für mehr Gesundheit und Wohlbefinden. „Wir wollen kein BGM von der Stange, sondern individuelle Lösungen“, sagt Gabriele Noack. Das Motto des Unternehmens lautet: „Es gibt für jedes Problem eine Lösung, man muss es nur wollen.“ Das führt immer wieder zu veränderten Schwerpunkten im BGM und damit zu neuen Aufgaben.

Man muss aber auch bereit sein, Unangenehmes, Auffälligkeiten und Probleme anzusprechen.

Gabriele Noack

Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Alfred Ritter GmbH & Co. KG

Hierzu wird unter anderem auch der jährliche Gesundheitsreport der Krankenkassen herangezogen, um Grundsatzthemen zu bestimmen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zudem habe man ein Kennzahlensystem aufgebaut, um zu schauen, wo man steht und ob „wir auf der richtigen Spur sind oder was wir ändern müssen“, sagt Noack. So rückte auch bei Ritter Sport die psychische Gesundheit der Mitarbeiter in den Fokus.

 

GB-Psych als ein wichtiges Instrument

Ein wichtiges Instrument dabei ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, die bei Ritter Sport einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Zusätzlich zur Befragung des Personals gibt es Workshops, bei denen die Mitarbeiter ihre Probleme aufzeigen, aber auch Lösungsvorschläge mitbringen können. „Für uns bedeutet Wertschätzen, das Gegenüber, den Gesprächspartner ernst zu nehmen. Nur wer kommuniziert, kommt weiter“, erzählt Noack. Wenn ein Mitarbeiter sich äußere und alles bliebe, wie es ist, werde er beim nächsten Mal weniger dazu sagen, ist ihre Überzeugung. Für das Unternehmen sei das kein Vorteil. Herausfordernde Situationen anzugehen, ist zeitlich zwar aufwendig, aber lohnenswert.

Ritter Sport, Noack, BGM-Team
Das BGM-Team ist gut aufgestellt. Es arbeitet mit Trainern, Betriebsärzten und weiteren Vertretern aus dem Unternehmen zusammen.
David Spaeth / Raufeld

Es ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter weiß, dass sich Führungskraft und Unternehmen dafür interessieren, wie es ihm geht, wenn er nach einer Krankheit zurückkommt. Dann sitzt neben Noack auch Dr. Marcella Heimerl, Betriebsärztin der ias, und wenn gewünscht, auch der Betriebsrat. Es werden bei Bedarf auch Institutionen ins Haus geholt, die dem Arbeitnehmer Hilfestellung geben, wie etwa Mitarbeiter der Rentenanstalt oder des Integrationsamts.Die Leistungen für Mitarbeiter gehen bei Ritter Sport oft über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Weil die Betriebsärzte angeregt hatten, dass das Thema Ernährung stärker in den Fokus rücken sollte, werden in diesem Jahr zwei Ernährungstage für die Mitarbeiter veranstaltet. An diesen ruht auch die Produktion. So kommen alle mit ins Boot.

Erfolgreiches BGM durch offene Kommunikation

„Man muss aber auch bereit sein, Unangenehmes, Auffälligkeiten und Probleme anzusprechen und die Dinge beim Namen nennen“, ist Noack überzeugt. Wertschätzung bedeutet neben Fürsorge eben auch offene Kommunikation. Ihr Tipp für ein erfolgreiches BGM: Die Geschäftsführung muss aktiv dahinterstehen, das BGM-Team muss sich aus allen Hierarchiestufen zusammensetzen und sich auf Augenhöhe begegnen.

Die Zahlen zeigen: All das hat nachweislich positive Auswirkungen auf Mitarbeiterzufriedenheit und Krankenquote. Gabriele Noack ist im 42. Ritter-Jahr. Und sagt sehr überzeugend, dass es ihr immer noch genauso viel Spaß macht wie am Anfang. Ganz offensichtlich liegt das nicht nur an der Schokolade.

Zutaten der Wertschätzung

  1. Empathie: die Fähigkeit, sich in den anderen hineinzuversetzen

  2. Mitarbeiterteilhabe

  3. Miteinander, kein Gegeneinander

  4. Wertschätzend und achtsam miteinander umgehen

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